Wenn die Polizei anruft und mitteilt, dass gegen das eigene Kind ermittelt wird, ist das für Eltern ein Schock. Sorgen um die Schule, die Ausbildungsstelle oder das Studium stehen sofort im Raum.
Kind angezeigt? Bewahren Sie Ruhe.
Lassen Sie Ihr Kind keine Aussage machen. Wir beraten Sie sofort und kostenfrei.
0621 4820 4502 ANRUFENIm Jugendstrafrecht steht nicht die Bestrafung von Jugendlichen und Heranwachsenden, sondern der Erziehungsgedanke im Vordergrund. In Mannheim wird dies oft zentral im "Haus des Jugendrechts" bearbeitet. Als Jugendstrafrecht-Anwalt sorge ich dafür, dass eine Jugendsünde nicht die Zukunft verbaut – dabei gehört intensive Elternarbeit und die enge Einbindung der Familie für mich selbstverständlich dazu.
Jugendliche (14 bis 17) & Heranwachsende (18 bis 20)
Ein entscheidender Punkt ist das Alter:
- 14 bis 17 Jahre: Es gilt zwingend das Jugendstrafrecht.
- 18 bis 20 Jahre: Hier entscheidet das Gericht, ob noch "Reifeverzögerungen" vorliegen oder ob schon Erwachsenenstrafrecht angewendet wird. Wir argumentieren hier gezielt für das in der Regel mildere Jugendrecht, um harte Vorstrafen zu vermeiden.
Sozialstunden statt Gefängnis
Das Jugendstrafrecht greift nicht so schnell zur Freiheitsstrafe wie das Erwachsenenstrafrecht und umfasst viele niederschwellige Maßnahmen.
- Einstellung des Verfahrens: Gegen Ermahnung oder Auflage.
- Erziehungsmaßregeln: Weisungen, Arbeitsstunden (Sozialstunden) oder Täter-Opfer-Ausgleich.
- Zuchtmittel: Verwarnung oder kurzer Jugendarrest (Warnschussarrest), ohne dass eine dauerhafte Haftstrafe verhängt wird.
Was bedeutet Jugendarrest?
Der Jugendarrest ist keine Freiheitsstrafe, sondern ein sogenanntes Zuchtmittel. Er kann als Freizeitarrest (1–4 Wochenenden), Kurzarrest (bis zu 4 Tage) oder Dauerarrest (1–4 Wochen) verhängt werden. Ziel ist ein "Denkzettel", keine langfristige Inhaftierung. Wichtig: Jugendarrest wird nicht im Bundeszentralregister eingetragen und erscheint nicht im normalen Führungszeugnis. Wir kämpfen dafür, dass selbst diese Maßnahme vermieden wird, wenn die erzieherischen Ziele auch anders erreicht werden können.
Bewährung im Jugendstrafrecht
Wenn eine Jugendstrafe verhängt wird, kann das Gericht deren Vollstreckung zur Bewährung aussetzen – in der Regel bei einer Strafe von bis zu zwei Jahren. Die Bewährungszeit beträgt zwischen zwei und drei Jahren. Verstöße gegen Bewährungsauflagen können zum Widerruf führen. Als Anwalt für Jugendstrafrecht begleite ich meinen Mandanten auch während der Bewährungszeit und stehe bei Problemen sofort zur Verfügung.
Schule, Ausbildung und soziale Folgen
Eine Strafanzeige kann für Jugendliche und Heranwachsende gravierende Folgen haben: von der Suspendierung in der Schule über den Abbruch einer Ausbildung bis zur Verweigerung eines Studienplatzes. Eintragungen im Führungszeugnis bzw. Erziehungsregister können sich unter Umständen auf spätere Bewerbungen oder Berufserlaubnisse auswirken. Wir koordinieren frühzeitig mit Jugendamt, Schulsozialarbeitern und Bewährungshelfern, damit das soziale Netz Ihres Kindes erhalten bleibt.
Ersttäter und Geständnisstrategie
Bei einem ersten Vorwurf ohne Vorbelastung ist die Chance auf Einstellung des Verfahrens oder auf nicht eintragende Maßnahmen groß. Ein Geständnis kann sich strafmildernd auswirken – muss aber zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Form kommen. Wir bereiten unsere Mandanten und ihre Eltern sorgfältig auf die Vernehmung und gegebenenfalls auf eine Hauptverhandlung vor dem Jugendgericht vor. Ziel: keine Vorstrafe, kein Eintrag im Führungszeugnis, kein Knick in der Biografie.
Warum Jugendliche einen Spezialisten im Jugendstrafrecht brauchen
Das Jugendstrafrecht ist ein grundlegend anderes Rechtsgebiet als das allgemeine Strafrecht, und Jugendliche, die in Konflikt mit dem Gesetz geraten, brauchen einen Anwalt, der seine besonderen Regeln kennt. Der Jugendrichter hat einen weiten Ermessensspielraum bei der Verhängung von gemeinnütziger Arbeit, Bewährungsstrafe, sozialen Trainingskursen oder – in schwereren Fällen – einer ausgesetzten Jugendstrafe. Es beim ersten Mal richtig zu machen ist entscheidend: Ein Eintrag im Bundeszentralregister kann jahrelang Auswirkungen auf künftige Beschäftigung und Ausbildung haben. Je früher ein Spezialist einbezogen wird, desto größer sind die Chancen auf ein Ergebnis, das Ihr Kind nicht sein ganzes Leben begleitet.
Was vor und während der Verhandlung passiert
Im Jugendstrafverfahren erstellt das Jugendamt einen Persönlichkeitsbericht, den der Richter vor der Verhandlung liest. Der Verteidiger sollte den Beschuldigten zum ersten Polizeigespräch begleiten – oder besser noch, ihm raten zu schweigen, bis die Akte geprüft wurde. Wir nehmen an jeder Verhandlung teil, arbeiten konstruktiv mit dem Jugendamt zusammen und präsentieren dem Gericht ein realistisches und einfühlsames Bild der Situation Ihres Kindes. Unser Ziel ist in jedem Fall, die Konsequenzen so begrenzt und kurzlebig wie möglich zu halten und dieses Kapitel schnell abzuschließen, damit das normale Leben wieder aufgenommen werden kann.
Eltern fragen oft, ob sie ihr Kind zum ersten Polizeigespräch begleiten sollten. Unser Rat ist immer derselbe: Gehen Sie nicht ohne vorherige Rücksprache mit einem Spezialisten zum Gespräch, und weisen Sie Ihr Kind an, von seinem Schweigerecht Gebrauch zu machen, bis wir die Akte gemeinsam geprüft haben. Dieser eine Schritt kann irreversible Fehler verhindern.
Haben Sie Fragen zu Ihrer konkreten Situation? Kontaktieren Sie uns für eine kostenfreie telefonische Ersteinschätzung. Wir sind in Mannheim, Heidelberg und bundesweit für Sie tätig – diskret, engagiert und auf Strafrecht spezialisiert.
Stand: Juni 2026
Häufige Fragen
Gilt für mein Kind Jugendstrafrecht?
Für Jugendliche (14–17 Jahre) gilt immer Jugendstrafrecht. Für Heranwachsende (18–20 Jahre) kann es angewendet werden, wenn Reifeverzögerungen vorliegen – das ist meist deutlich vorteilhafter.
Ist die Zukunft verbaut (Vorstrafe)?
Nicht zwingend. Das Jugendstrafrecht kennt viele niederschwellige Maßnahmen. Wir kämpfen dafür, dass der Weg in Ausbildung und Beruf frei bleibt.
Ermittlung gegen Ihr Kind?
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